Wie das so ist mit Vorsätzen

Wie lautete nochmal der Titel meines Beitrags zur Säuglingsnahrung? Ach ja, „Keine Experimente mehr“. Ich sollte vielleicht meine guten Vorsätze auch beherzigen.

Aber von vorne. Es kommt häufiger vor, dass sich Lotta nach dem Essen übergibt. Mal ist sie verschleimt, mal verschluckt sie sich und mal sind wir uns sicher, dass sie auf etwas was sie gegessen hat reagiert. In den letzten Wochen passierte es häufiger nach dem Abendessen. Blöd wenn dann 150 g der Tagesration fehlen, vor allem wenn das Gewicht sowieso Thema ist. So überlegte ich mit der Kinderärztin die HA-Milch im Abendbrei mit Mandelmilch oder Ziegenmilch zu ersetzen. Ich testete zunächst die Mandelmilch, da Lotta bereits Mandelmus in Ihren Getreide-Obst-Brei bekommt und gut verträgt und ich selber Mandelmilch auch lecker finde.

Sie aß den Brei, wenn auch nicht so genüsslich wie den mit HA-Milch. Nachdem die Mandelmilch aufgebraucht war, wagte ich mich Donnerstagabend an die Ziegenmilch. Ein bisschen habe ich dabei natürlich auch schon an ihren Geburtstagskuchen gedacht. Mit Ziegenmilch(Joghurt) hätte ich da sicher etwas leckeres für sie backen können. Davon abgesehen ist ein wenig Abwechslung im Speiseplan für sie sicher auch nett.

Ganz langsam fütterte ich den Brei: Erst ein Löffel, dann zwei, dann drei, dann vier, Lotta fing an zu niesen. Ich machte eine Pause, denn Niesen ist oft ein Zeichen dafür, dass Lotta etwas nicht verträgt. Und so war es dann auch. Ein paar Minuten später fing sie an sich zu übergeben. Wie gesagt, nichts ungewöhnliches und normalerweise warten wir dann einen kleinen Moment und es ist wieder gut. Sie war jedoch fix und alle und röchelte weiter vor sich hin, also entschieden wir uns ein Cortisonzäpfchen zu geben. Die Zäpfchen haben wir für den Notfall zuhause. Schnell wurde es dann aber kritisch. Henri schickten wir im Schlafanzug und mit nackten Füßen zu unseren Nachbarn. Für ihn ein Highlight! Für uns eine große Erleichterung! Danke nochmal an euch alle!

Während Juli Notarzt und Krankenwagen rief und bei Lotta blieb, packte ich Medikamente, Unterlagen und ein paar Anziehsachen ein. Danach tauschten wir, ich nahm Lotta und wartete vor der Tür.

Die Hilfe war schnell da. Lotti sah mittlerweile aus wie nach einem verlorenen Boxkampf mit zugeschwollenen Augen, geschwollenen Lippen und einer Zunge, die fast ihren gesamten Mund ausfüllte. Sie bekam sofort Sauerstoff und bei Eintreffen des Notarztes Adrenalin, da ihre Sauerstoffsättigung (zeigt wieviel Sauerstoff im Blut ist) immer weiter runter ging. Ich hielt ihr die Maske und durfte hinten mit fahren. Auf dem Weg ins Krankenhaus wurden die Schwellungen schlimmer. Sie übergab sich mehrfach. Ihr ganzer Körper wurde rot fleckig und Füße und Hände kalt. Der Notarzt vergewisserte sich immer wieder beim Fahrer wieviel Minuten wir noch bis ins Krankenhaus bräuchten. Gleichzeitig bereitete die Sanitäterin ein weiteres Notfallmedikament vor. Dieses Medikament gibt man eigentlich über die Vene. Lotta hat aber sehr zarte Venen und einen Zugang zu legen ist nicht so einfach. Dazu kam, dass es im Krankenwagen nur sehr große Nadeln gab. Der Notarzt warnte mich vor, dass es für Lotta nicht angenehm sein würde und zögerte es so lange raus wie möglich. Vier Minuten vor Eintreffen im Krankenhaus ging es aber nicht mehr und Lotta bekam einen Teil des Medikaments ins Bein gespritzt. Weil sie so klein ist, konnte nicht die gesamte Dosis gespritzt werden. Das wäre vom Volumen zu viel für sie gewesen. Und trotzdem wurde es dann endlich etwas besser.

Begleitet von Notarzt und vier Rettungsassistenten/-sanitätern kamen wir im Krankenhaus an. Dort musste Lotta noch mit einem weiteren Medikament inhalieren, welches die Bronchien weitet. Sie war mittlerweile ganz ruhig geworden. Wie immer, wurden wir von Schwestern und Ärzten sehr nett empfangen.

Zwei Nächte haben wir nun auf einer Überwachungsstation verbracht. Lotta hat keine weiteren Reaktionen gezeigt und bis auf eine ganz leichte Schwellung der Augenlider und Lippen, ist alles wieder in Ordnung.

Der Geburtstagskuchen wird dann wohl nur für Gäste sein, außer jemand hat noch ein leckeres Rezept für mich ohne Weizen, ohne Möhren, ohne tierische Milch und ohne, dass wir etwas Neues ausprobieren müssen!

Was Lotta essen kann und darf

9 Antworten auf „Wie das so ist mit Vorsätzen“

  1. Zum Glück hat sie das gut überstanden 🤗 Ziegenmilch schmeckt eh nicht 😉Ich backe auch viel mit Dinkelmehl und mit Mandelmilch/Hafermilch und Margarine statt Butter, weil meine Schwiegermutter gegen Kuhmilch und Soja allergisch ist. Man kann daraus auch normalen Rührkuchen backen (natürlich plus die restlichen Zutaten). Oder du machst ihr Mal Babypfannkuchen draus. Zwei Eier, eine Banane und ein bis zwei Löffel Dinkelmehl, in Öl backen, fertig. Meine Maus liebt die.

  2. Habe diese Muffins schon öfter gemacht, das Rezept ergibt 10 Stück.
    Die Muffins sind super lecker, weich und saftig.

    Aus der doppelten Menge kann man einen leckeren SchokoKuchen zaubern.
    Oder den Kakao weglassen, dann aber nur 100 g Zucker. Den Teig dann als Tortenboden benutzen.

    100ml Sonnenblumenöl
    120g Zucker
    150g Mandeln oder andere fein gemahlene Nüsse (z.B. Walnüsse)
    4EL (gehäuft) Kakao

    Bei 165 Grad Umluft ca. 20-25 Minuten backen.

    Gute Besserung der kleinen Maus!!

    1. Vielen Dank für die vielen leckeren Rezepte. Es wird schwer sich zu entscheiden. 😋 ach was, warum entscheiden, wir testen einfach nach und nach alle durch! Da opfere ich mich doch gerne 😜

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